Auszüge aus der Chronik
der Herrschaft und des Gutes Freiham
Anno 1190


Erste geschichtliche Nachricht; Eberdardus de Friham leistet Zeugeschaft für das Kloster Schäftlarn.
1261 erscheint ein Arnoldus de Friham in einer Urkunde.
1420 Kauf durch das bekannte Münchner Bürgergeschlecht der Barth und Pütterich.

1554 Freiham geht aus dem Eigentum der Familie Pütterich in das Patriziers- und Kaufherrengeschlechts Liegsalz über. Nach dem 30-jährigen Krieg kam die Hofmark Freiham in das Eigentum des Kurfürsten Ferdinand Maria von Bayern, der Gut und Mark Freiham seinem treuen Herrn und Diener Freiherrn von Berchem zu Eigen gibt.
1676 tritt auf Bitten des Kurfürsten der Freiherr von Berchem Freiham, welches ihm früher lt. Urkunde "zu ewiglichem Eigen" verliehen worden ist, wieder an den Kurfürsten ab, zu dem Zwecke der Verleihung an den kurfürstlichen Kammerdiener und Kammermusikus Achilles von Hermannsreuth. Dieser bekannt und beliebte Künstler "Musikus et Chelistas" erfreute durch seine Kunst den kurfürstlichen Hof in München.
Er ist in der Kirche zu Freiham begraben.

1680 erbaute Achilles von Hermannsreuth das jetzt noch stehende Schloss in der ursprünglichen Form. Bis dahin stand in Freiham ein Herrenhaus oder Schlösslein, welches wohl mit dem heutigen Gutsverwaltungshaus identisch ist. Durch die Tochter von Achilles, Adelheid Franziska, kam das Frauenkloster des St. Franziskaner-Ordens bei St. Johann, in welches Adelheid eingetreten war, in deren Handlungsgewalt.
Der damalige Schwaig Ruedorffer, wurde dem Kloster am 8.2.1692 verpflichtet und erhielt das Leibrecht zugebilligt.
Bis 1780 fehlen dann alle weiteren Nachrichten über Schloss und Herrschaft Freiham.

1780 geht Freiham an den bayerischen Hofkammerrat Anton von Spitzel über.
1785 kaufte Friedrich Graf von Xrsch den adeligen Sitz Freiham vom Kurfürsten.
1790 ist dem Grafen von Xrsch auch die Edelmannsfreiheit und niedrige Gerichtsbarkeit für Freiham bewilligt worden, sowie auch die Kirchenverwaltung übertragen worden.
1865 wurde das Schloss in den heutigen Zustand umgebaut.

1887 wurde Gut und Schloss Freiham mit Nebengütern vom Reichsrat der Krone Bayern, dem Industriellen und Gründer der Firma X.A. Maffei Lokomotivenfabrik Ritter Hugo von Maffei erworben.

Nach dessen Tod im Jahre 1920 ging Freiham endgültig in das Eigentum des Sohnes Rudolf Ritter von Maffei über. Reichsrat von Maffei und Rudolf Ritter von Maffei bauten Hauptgut, Landwirtschaft und Vorgüter weiter aus. In den Revolutionstagen 1919 "nach dem ersten glücklich überstandenen Weltkrieg" wurde Freiham von den Revolutionskämpfen berührt. Rotgardisten kamen von Planegg und Gräfelfing nach Freiham herüber und bedrohten das Schloss und den Schlossherrn Rudolf Ritter von Maffei, der vorübergehend verhaftet wurde. Im Jahre 1924 wurde das Schloss von Rudolf und Ida von Maffei insbesondere innerlich umgebaut und architektonisch in der heute repräsentativen Form ausgestaltet.
Das Gut Freiham und die Schloßanlage befinden sich noch heute im Besitz der Familie Baron von Maffei, deren Verwalter das Gut bewirtschaften.